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Länder und Leute

Karte Österreich/Schweiz

So nah und doch so fremd: die EURO-Gastgeber

Eigentlich sollte es ganz einfach sein: Deutschland, Österreich und die Schweiz sind Nachbarländer, und die Bewohner sprechen – zumindest in Grundzügen – die gleiche Sprache. Alle trinken gerne Bier, essen Kartoffeln (auch wenn manche sie Erdäpfel nennen) und lieben Fußball. Für Deutsche sind Österreich und die Schweiz zudem beliebte Urlaubsziele, umgekehrt allerdings funktioniert das noch nicht ganz so gut. Seit einigen Jahren zieht es viele Deutsche nicht nur als Touristen, sondern zum Arbeiten oder Studieren in die Alpenländer: Deutsche Studis fliehen ins Numerus-Clausus-freie Österreich und bleiben dann oft gleich länger da. Auch in der Schweiz lassen Deutsche nicht mehr nur ihr Geld arbeiten, sondern kommen selbst, um Jobs anzutreten. Etwa 200.000 Deutsche leben in der Schweiz und sind in Branchen wie dem Baugewerbe oder dem Pflegebereich auch nicht mehr wegzudenken.

Gerade im vermeintlich so nahen und vertrauten „deutschsprachigen Ausland“ ist es für die deutschen Einwanderer trotzdem oft nicht ganz einfach. Das liegt auch daran, dass die Fremdheit sie unerwartet trifft. In Österreich bilden Deutsche hinter den Bürgern des ehemaligen Jugoslawien die zweitgrößte Einwanderergruppe. Anders als diese werden sie jedoch weniger stark als Migranten wahrgenommen, aber ebenso wenig als Einheimische betrachtet. Sie bewegen sich irgendwie dazwischen – „lost in migration“, wie die deutsche Journalistin Andrea Roedig ihre Erfahrungen als „Zuagraste“, als Zugereiste also, in Wien beschreibt.

Unterwegs als Auswärtsfans

Und ein bisschen gilt das auch für Touristen und EURO-Besucher: Die Tatsache, dass wir Schilder, Tageszeitungen und Speisekarten problemlos lesen können, täuscht uns darüber hinweg, dass auch eine Reise nach Österreich und in die Schweiz de facto eine Reise ins Ausland ist. Das, was doch so nah liegt, stellt sich beim zweiten Hinsehen als ganz schön fremd und unbekannt heraus. Hinzu kommen in beiden Ländern auf ganz unterschiedliche Weise historisch begründete Ressentiments gegen Deutschland und die Deutschen, die sich auch im Fußball niederschlagen. Auch wenn die Weltmeisterschaft 2006 ein wenig zur Entspannung beigetragen hat: Niederlagen der deutschen Nationalmannschaft werden bei unseren Nachbarn immer noch mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen. Beziehungsweise nach dem Motto: „Mir ist egal, gegen wen die Deutschen verlieren.“

Umso wichtiger also, wenn man sich im komplizierten interkulturellen Miteinander zwischen Deutschen und Österreichern oder Schweizern schon vor der Abreise ein bisschen orientieren kann. Ein paar Informationen und Tipps dazu findet ihr in dieser Rubrik.

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